Das Hebmüller Cabrio
Der VW Käfer war und ist zweifelsohne ein Automobil, das Hobbyschrauber, Tuner und Karosseriebauer immer wieder von Neuem inspiriert. Die robuste Mechanik und der stabile, mit der Karosserie verschraubte Plattformrahmen boten beste Voraussetzungen für die eigenwilligsten Kreationen.
Natürlich nahmen sich auch renommierte Karosseriebetriebe des Käfers an und schneiderten ihm spezielle Kleider.
Karmann in Osnabrück baute das offizielle Käfer Cabrio, doch schon bevor diese Offenvariante für Furore sorgte, gab es etwas ganz Besonderes, etwas was heute zu den besonders begehrten Käfer-Varianten zählt: das Hebmüller Cabrio.
Der in Wülfrath ansässige Betrieb – bereits 1889 vom Stellmacher Joseph Hebmüller gegründet – kreierte einen Entwurf mit voll versenkbarem Verdeck. Die gesamte Käfer-Mechanik konnte dabei unmodifiziert übernommen werden. Für den Wolfsburger Konzern Grund genug, 700 Exemplare zu ordern, das heißt bei Hebmüller fertigen zu lassen.
Anfang 1949 konnten die ersten Hebmüller Cabrios in den Schaufenstern der VW-Händler bewundert werden. Wer einen dieser offenen Käfer haben wollte, war mit 7.500 DM dabei. Das war damals eine Menge Geld, aber der Verkauf lief zügig – bis zum 23.07.1949.
An diesem schwarzen Tag brachte ein Großbrand die Hebmüller-Produktion zum Erliegen. Für das zu diesem Zeitpunkt florierende Familienunternehmen bedeutete die Katastrophe das Aus. Der Konkurs war unvermeidlich.
Gerade erst die Hälfte der 700 bestellten Exemplare waren gefertigt. Da aber genügend Vorbestellungen vorlagen, übernahm Karmann in Osnabrück die Herstellung der restlichen Zweisitzer. Bis 1953 entstanden insgesamt 696 Hebmüller Cabrios, von denen die Hälfte streng genommen „Hebmüller Karmann“ hätte heißen müssen.